...die Eder-Beagle(s)
...die Eder-Beagle(s)

Erziehung

Niemals würde ich mir anmaßen, Erziehungsratschläge zu verteilen.

Hier finden Sie daher nur unsere eigenen Erlebnisse & Erfahrungen.

"Viele Hundefachleute tun so, als hätten sie die Kommunikation der Hunde erfunden.
Ich warte auf den ersten der sagt, er hätte den Hund erfunden. "
Oliver Jobes, (*1966), Erziehungs- und Verhaltensberater

Erziehung findet immer statt, jeden Tag und in allen Situationen. Erziehung ist für mich nicht Ausbildung oder gar Drill.

Es gibt Hundetrainer, die verdrehen die Augen, wenn man mit einem Beaglechen am Hundeschul-Tor steht, als wollten sie sagen: sparen Sie sich die Mühe, bei dem Hund hat das eh keinen Zweck.

Das stimmt nicht.

Unsere Hunde (damit meine ich Buddy und Georgia, die Pflegies fangen ja meist bei Null -oder noch weniger!- an) sind selbstverständlich stubenrein, leinenführig und kommen auf Zuruf. Sie fallen den Leuten nicht durch schlechtes Benehmen auf die Nerven (meistens, jedenfalls).

Jeder Hund hat seine Stärken und Schwächen, aber das ist bei den Menschen auch so. Buddy ist sehr gelehrig und war in der Hundeschule eine Musterschülerin. Sie kann neben Sitz und Platz und Bleib noch einige andere Kommandos und auch Tricks. Georgia tut sich damit etwas schwerer -außer, dass sie auch das kleinste Leckerli im Flug fangen kann! - sie ist aber ausgesprochen sozial und ausgeglichen.

Es soll ja Menschen geben, die von ihren Hunden absoluten Gehorsam in jeder Lebenslage erwarten. Auch wenn ich mir damit das Kopfschütteln vieler Hundebesitzer zuziehe........Beagle sind nicht SO. Wenn Sie einen Hund möchten, der immer folgt und stets ordentlich bei Fuß geht, sich durch nichts ablenken lässt und den halben Tag lang ohne zu motzen alleine bleibt.....dann lassen Sie's lieber. Auf jeden Fall mit dem Beagle.

Wir (1 Mensch, 3 Beagle) gehen spazieren. Es sollte möglichst keiner verlorengehen, allzu weit vom Weg abschweifen, sich in unsäglichen Dingen wälzen, kurz: halbwegs unter (meiner!) Kontrolle sein.

Zu diesem Behufe schnalle ich die Hunde in ein jeweils passendes Geschirr und befestige daran jeweils eine Schleppleine.

Weil! ich für mich nach einer Menge Probieren (und Lernen, und Fluchen) diese als die beste aller Möglichkeiten erachte (auch wenn sich die Leute immer wieder wundern "diese langen Leinen.....ist das denn praktisch?" Nein, nicht immer. Schleppleinen neigen zum Verheddern, zum sich-um-Beine-schlingen, zum Klamottenversauen, erst recht wenn sie nass sind. Aber wie so oft im Leben ist das Praktische nicht zugleich das Praktikable.)

In der Stadt benutzen wir allerdings Flexileinen oder sogar ganz normale, verstellbare Leinen. Aber draußen und auf dem Land bevorzuge ich die Schleppis.

Meistens klappt das gut, alle Hunde haben größtmögliche Freiheit und sind aber trotzdem bei Bedarf leicht (nach einiger Übung hat man ein sensationelles Leinen-Handling!) in den Griff zu kriegen.

Natürlich trifft es sich dabei gut, dass Buddy nicht nur das Kommando "zurück!" beherrscht, sondern auch den Weg entlang der Leine zurück kommt - man muss also nicht (mehr) unter Bäumen herumkrabbeln oder so. Georgia lernt das gerade. Also, das Zurück-entlang- der- Leine.

Mitunter bedarf es aber auch erheblicher kognitiver Anstrengung. Man muss nicht nur vorausahnen, wohin der Hund gerade laufen wird, was er entdecken, sehen, hören, riechen, wollen könnte (das heißt nicht, dass er das dann auch tun wird oder gar darf) - man muss auch noch die Leine im Blick behalten und vorausahnen, wo sie hängenbleiben könnte......!

Spazierengehen mit Beagle ist sowieso nie entspannt. Möchten Sie entspannt, mit dem Blick in den Wolken und träumerisch in Gedanken versunken, durch die Natur ziehen - schaffen Sie sich einen anderen Hund an. Mit Beagle, erst recht nicht mit mehreren, geht sowas nicht. Oder nur kurz, denn dann ist auch der besterzogenste Hund erstmal weg.

Also nehme ich die Schleppleinen. So habe ich wenigstens eine Chance.

21.05.2012 Weil der Nachbar am Rad dreht, wenn Georgia im Garten bellt, hat sich auch da Handlungsbedarf ergeben.

Georgia läuft abends aus dem Haus und bellt. Laut. Und in einer Tonlage, die wirklich nervenzerfetzend ist. Auch die anderen Hunde bellen nur, wenn Georgia
anfängt.

Zur Verteidigung der Meute muss ich sagen, dass wir ja umgeben von Wald sind, wo natürlich des Nachts und zur Dämmerung alles Mögliche rumtapst, komische Geräusche verursacht und durchs Gehölz raschelt. Gegenüber am Waldrand schnürt Abend für Abend ein besonders dreister Fuchs entlang, ich glaube, der defiliert extra noch ein paar zusätzliche Runden hin und her, um die Beaglebande zu ärgern.

Nachdem alles andere nicht half, muss Georgia, sobald es dunkel ist (denn nur dann ist das Angstbellen ein Problem) Geschirr und Leine anziehen, und wir gehen eben angeleint in den Garten. Das schränkt sie ganz schön ein und gefällt ihr nicht.
Aber das Bellen bleibt aus.

Allerdings stehe ich gefühlte Ewigkeiten im Garten herum, bis sie endlich ihr Geschäftchen
erledigt hat.

Nachdem ich das drei Abende lang praktiziert habe, hat sie am 4. Abend auch ohne Leine nicht mehr gebellt. Aber hier üben wir auch noch eine Weile weiter.