...die Eder-Beagle(s)
...die Eder-Beagle(s)

21.11.12: Weil Bibi sich jetzt doch dazu durchringen kann, mit mir spazieren zu gehen, wir aber kein Geschirr hatten, das wirklich passte, haben wir Bibi ein GANZ TOLLES Geschirr spendiert! Es ist ein Sicherheitsgeschirr, mit einem zusätzlichen Bauchgurt. Bibi war natürlich skeptisch, aber es hat sich schon bewährt :-)

Unsere Runden werden allmählich länger, anfangs sind sie hektisch, erst nach ungefähr der Hälfte wird Bibi gelassener. Das Leine-im-Maul tragen, was er immer noch streckenweise macht, ist ein bisschen nervig, ich versuche, es ihm abzugewöhnen. Weil: er beschäftigt sich mit der Leine, nicht mit der Umwelt. Allerdings hat er jetzt auch schon mal eine Weile am Boden geschnuppert und macht auch jeweils 1 x Pipi auf fremden Wiesen......über was man sich alles freuen kann, mit so einem Bibi.....!

Bibi orientiert sich stark an meiner Mutter. Ich nehme an, es liegt daran, weil sie eigentlich immer da ist. Als Vicky in den Herbstferien eine Woche im Urlaub war, hat Bibi sie danach nicht mehr erkannt: obwohl sie anfangs ja seine Favoritin war (oder besser gesagt: das geringste von allen Übeln „Mensch“), zeigte er nun auch vor ihr Angst. Es brauchte wieder Wochen, bis er nicht mehr vor ihr flüchtete.

Selbst wenn ich „nur“ einen halben Tag weg – an der Arbeit – bin, nimmt er mir das krumm und straft mich mit Wegdrehen. Wir müssen uns dann auch jedes Mal wieder aneinander annähern.

Meine Mutter aber ist eigentlich immer da. Er folgt ihr immer, mit gebührendem Abstand zwar, aber eigentlich hält sich Bibi immer dort auf, wo die Oma ist. Dabei streichelt sie ihn nicht mal. Oder vielleicht ist grade das das Geheimnis: sie ist da, ist präsent, spielt auch manchmal mit ihm, aber fordert nichts von ihm. Sie sagt, sie streichelt ihn nicht, weil sie sich sonst zu stark an ihn bindet.

Geht sie zur Nachbarin oder irgendwohin, wo sie ihn nicht mitnehmen möchte, ist das für Bibi auch okay: dann legt er sich auf seinen Platz vorm Ofen und macht ein Schläfchen. Kommt Oma dann wieder, geht er „kommentarlos“ wieder zu ihr.

Ich denke deshalb, dass Bibi vor allem Kontinuität und Regelmäßigkeit möchte.

 

Beim Umgang mit den anderen Hunden habe ich jetzt mehrmals beobachtet, dass er, wenn es Zoff in irgendeiner Form gibt, völlig überzogen reagiert. Beispiel: Buddy will ein Spielzeug haben, das in Bibis Nähe liegt. Buddy rennt hin, holt das Spielzeug und knurrt Bibi kurz und eher prophylaktisch an. Bibi schreit auf und rennt weg. Oder: Bibi ist am Fressen. Georgia kommt und guckt, ob’s was abzustauben gibt, und knufft ihn leicht in die Seite. Bibi kreischt los und rennt weg. Alle gucken erstaunt. Hm. Beim Spielen mit mir ist es jetzt schon ein paar Mal vorgekommen, dass er im Überschwang meine Hosenbeine oder den Jackensaum packt. Wir trainieren mit der Reizangel das „aus“, und manchmal passiert es, dass er das Quietschie loslässt, aber statt dessen meine Finger packt. Das ist nicht negativ zu bewerten, kann aber passieren.

Ich biete ihm etwas im Tausch an, oder, wenn es wehtut, gibt es auch ein deutliches NEIN. Das versteht Bibi auch. Man darf nicht davon ausgehen, weil man einen Angsthund vor sich hat, gäbe es keinerlei Grenzen. Tut es weh, ist das Spiel eben zu Ende. 

Beim Spazierengehen werden die Runden allmählich entspannter. Die ersten 500 m sind noch etwas stressig, weil Bibi mitunter sehr unruhig an der Leine ist. Das Leine-im-Maul tragen kommt nicht mehr ständig vor, aber immer mal wieder: immer, wenn etwas unbekannt oder seltsam ist, nimmt er die Leine in den Fang. Er trägt sie einfach nur. Als ob er sich daran festhält.

Nach einiger Zeit wird sein Gang dann gleichmäßiger und ruhiger, es macht dann richtig Spaß, ihn neben sich zu haben. Gelegentlich schnuppert er auch schon mal in die Luft, aber nur kurz, und seit drei Tagen macht er auch Pipi auf Wiesen außerhalb unseres Grundstückes. Und er sichert nicht mehr ständig mit kreiselndem Kopf, er hat insgesamt bedeutend weniger Streß an der Leine.

Vielleicht gefällt ihm das Spazierengehen ja doch irgendwann, und auch den unterschiedlichen Untergründen begegnet er nicht mehr so skeptisch. Tauchen Hindernisse auf (Äste, Grasbüschel, Zäune, ein Bach) weiß er nicht, damit umzugehen. Aber eins mag er definitiv nicht: matschige Waldwege. Als ich ihm das zugemutet habe, hob er abwechselnd die Pfoten, irgendwie angeekelt, und schaute mich so zweifelnd an, als wollte er sagen: glaubst du wirklich, ein elegantes französisches Langbein will sich die Pfoten im Matsch zusauen?!

 

Im Moment würde ich mir von ihm / für ihn wünschen, dass er nicht mehr auf dem blanken Fußboden oder dem dünnen Vorleger schläft….. wie froh wäre ich, wenn er auf einem schönen, weichen, warmen Hundebett liegen wollte.....oder auf dem Sessel….oder auf dem Sofa…..na, vielleicht kommt das ja noch. Wenn er aufsteht, macht er einen runden Rücken wie eine Katze und streckt gemächlich die langen Beine. Ich glaube schon, dass er von der unbequemen Liegestatt ein wenig steif ist. Dummer Bibi, mach dir’s doch gemütlich! 

Hocherfreut war ich gestern Morgen: Bibi, der Frühaufsteher, wünscht ja gern ab ca. null-siebenhundert Beschäftigung in Form von Frühstück & ein wenig Herumspringen im Garten. Brot und Spiele sozusagen. Nun wollte ich aber lieber nach dem Servieren des Frühstücks und einer kurzen Pipi-Runde noch ein wenig weiterdösen, an einem nebligen Novembersonntagmorgen.

Bibi läuft dann, wenn noch keiner wach ist, normalerweise leise fiepend durchs Haus und legt sich unten vor dem (nun kalten) Ofen wieder hin. Diesmal blieb er in meiner Schlafzimmertür stehen. Alle anderen Hunde liegen in meinem Schlafzimmer, in meiner Nähe & um mich herum gruppiert, längst wieder im Tiefschlaf. Bibi steht ca. 20 Minuten regungslos in der Tür, die Pfoten auf seine unnachahmliche Weise überkreuzt, und sondiert erstmal gründlich die Lage. Zwischendurch lege ich ihm eine Decke auf den Boden.

Da geht er irgendwann hin, dreht sich gründlich zurecht, legt sich – und schläft bis um 10.JJJ

Das war das erste Mal, dass er oben geschlafen hat. Mit „allen“ zusammen. JJJJJJ 

Nach dem Aufwachen war Bibi dann voller Energie, so dass er sich den Holzstapel auf dem Hof vorgenommen hat.

Bibi zerrt schrecklich gern an Sachen herum, die irgendwo herunterhängen (Vorsicht, Tischdecken!). Unser Holz ist natürlich mit einer Plane abgedeckt. Obendrauf auf der Plane liegt eine Palette, damit die Plane nicht davonfliegt. Bibi zog solange an der Plane, bis diese mitsamt der Palette und einem großen Teil Holz unten lag. Weil die Palette auf der Plane lag, zerrte Bibi so lange daran, bis sich das Holzteil am Gartenweg verklemmte. Da war dann erstmal Ende der Reise, und ich stehe fassungslos vor der Bescherung….Bibi ist sehr beharrlich, wenn es um Planen, Badetücher, Bettlaken, Wolldecken und ähnliches geht, weil er diese Dinge gern auf dem Rasen drapiert. Das macht er ganz alleine. Aber er macht die Sachen nicht kaputt, er zupft vorsichtig dran, bis er alles durch die Gegend schleppen kann. Okay, bei der Plane ist das jetzt anders, aber das war ja eher die Schuld der blöden Palette.

Bibi ist stark! Und irgendwie witzig. 

17.11.12: Samstagmorgen im Hundegarten! Bibi spielt mit allem, was da ist, der Rest der Truppe wartet aufs Spazierengehen. Da ertönt von schräg gegenüber freudiges Bellen und ein lautes "Neo! Komm zurück!". Aber Neo, der wunderschöne & sehr große Bordeauxdogge-Borboel-und noch eine Rasse, die mir gerade nicht einfällt-Mix, eine überaus gutmütige Seele von Hund, ist schon über den Zaun und auf direktem Wege unterwegs zu uns!

Eine Weile jammert er auf der Draußen-Seite vom Zaun herum, alle meine Hunde freuen sich wie doll. Auch Bibi! Begeistert zerrt er seine Lieblingsplane herbei und legt sie Neo zum Spielen vor. Und: Bibi bellt! mit tiefer, kräftiger Stimme. Neo geht freiwillig nicht nach Hause, deshalb kommt sein Herrchen, ihn holen.

Ich lade beide zu uns ein, erfreulicherweise trauen sie sich auch! und nun folgt ein tolles Getobe und Gerenne quer durchs Grundstück. Bibi ist total begeistert von dem Riesenkerl mit den großen Pfoten (die sind so groß wie meine Hand!) und läuft unerwartet zu großer Form auf. Mit den Beagles spielt Bibi gar nicht so viel, aber Neo ist offenbar genau seine Kragenweite. Schnauze an Schnauze machen sie keinen Hehl aus ihrer gegenseitigen Sympathie.

Dabei ist Bibi sehr frech: er beißt Neo leicht ins Fell, und schnappt nach seiner langen Rute! Bibi hält den großen Kerl sogar fest. Neos Herrchen ist groß, dunkel gekleidet und trägt eine Mütze. Und er hat Neos Leine umgehängt, also dicht an seinem Körper. Bibi, der vor jedem Menschen meterweit zurückweicht, geht zu ihm hin (!) und packt vorsichtig die Leine (!) und zieht sachte daran (!). Herrchen nimmt sie aber vorsichtig wieder weg, also wendet Bibi sich lieber wieder dem Neo zu.

Etwas später kommt noch jemand, ebenfalls männlich und lange nicht so beeindruckend vom Äußeren her, zu Oma. Bibi verzieht sich sofort ans Ende des Gartens und verharrt dort erstmal. Als der Besuchs-Mann sich einfach nur mit Oma unterhält, kommt Bi wieder zu uns und spielt weiter.

Zuzusehen, wie Bibi in einer Gruppe von 5 Hunden rennt und springt, ist ein echtes Highlight. Für solche Momente lohnt sich alles! Diesen Hund ohne andere Hunde leben zu lassen, wäre eine Strafe.

Das war so ein toller Vormittag! (Nächstes Mal holen wir die Kamera dazu, versprochen!) 

20.11.12: Vor einigen Tagen fiel mir auf, dass Bibi "irgendwie komisch" kaut. Also gab ich mir alle Mühe, mal in seine Schnauze zu gucken, aber gesehen hab ich nicht wirklich was.....weil, so nah läßt er mich ja nicht ran.
Gestern bei einem unserer beliebten Zerrspielchen rückt ich so nah vor, wie's nur ging.....und: von wegen, schöne Zähne! Oberflächlich betrachtet, also, die vorn sichtbaren Zähne, die sind schön weiß. Aaaaaber die Backenzähne und alles, was normalerweise von den Lefzen verdeckt ist, war zum Teil dunkelbraun von Zahnstein.
Also karrte ich Bibi heute vormittag um 11 zum Tierarzt-Termin (das hätte ich vor einigen Wochen sowieso noch nicht mit ihm gemacht!).....arglos tappst er in die Praxis, lässt sich problemlos die Schlaf-Spritze verpassen....schaut mich dann sehr verwundert an, als beim Rumlaufen die Beine so langsam nachgeben.....ach Mensch.
Ja, der Tierarzt stellte neben viel Zahnstein im hinteren Bereich auch eine (noch kleine) Entzündung fest, das hat Bibi wohl Schmerzen bereitet.
Nach einer Stunde war das Gebiss blitzend weiß (überall!!) und unter die entzündete Stelle wurde ein Medikament gespritzt.
Ansonsten ist Bibi in einem guten Zustand, sagt der Doc nach ausgiebiger Úntersuchung. Er dürfte sogar noch ein bisschen zunehmen,  auch wenn sein Bäuchlein rund ist und die Muskeln ihn kräftiger aussehen lassen, ist er für seine Größe noch ein bisschen unproportioniert.
(Das hab ich mir ja schon immer mal gewünscht, dass der Tierdoc sowas sagt!)
Dann ging's an Aufwachen....ach du herrje....das ist immer ein Bild des Jammers....
Zuhause begrüßten die Beagle den Patienten, der sichtlich verwirrt und mit seitlich heraushängender Zunge irgendwie eher komisch als tragisch aussah (sorry, Bibi!):

"och nee, was hast du denn gemacht.....!"

"wird schon wieder, keine Sorge!!"

"oh menno, bin ich groggy....."

Den Tag hat Bibi dann verschlafen, sei ihm ja auch gegönnt. Ich glaube, er ist mir auch ein bisschen böse. Jedenfalls nahm er  wieder ganz schön Abstand heute.  Ich hoffe, er spielt morgen wieder mit mir!

Liebe Grüße
Marion

Bibi & seine (Vermittlungs-) Chancen

Ein paar Informationen zu unserem Pflegi Bibi, die ich „so“ weder in den Steckbrief noch ins Pflegestellentagebuch schreiben möchte:

 

Achtung: das hier soll ein völlig wertfreier Bericht sein! Ich bin nicht überfordert und auch nicht unglücklich mit Bibi, denn er ist liebenswert, ruhig und sehr pflegeleicht. Ich möchte nur seine Problematik darstellen.

 

In den knapp drei Monaten seit Bibis Anreise hier hat sich zum Glück einiges getan, er ist längst nicht mehr so ein Angstbündel wie am Anfang.

Trotzdem glaube ich, dass Bibi noch nicht wirklich vermittlungsfähig ist (wobei ich auch stark bezweifle, dass die Interessenten für ihn Schlange stehen).

Bibi ist bei seinen nächsten Bezugspersonen (Oma & ich) jetzt recht offen. Er kommt, wenn wir ihn rufen, und nimmt Futter auch aus der Hand. Ich kann ihn – eingeschränkt – anfassen, am Kopf lässt er sich auch streicheln.

Bei Berührungen am Rücken oder an den Beinen reagiert er mit Panik.

Kommt ein anderer Mensch als meine Mutter oder ich, macht Bibi „zu“. Er erstarrt völlig und ist nicht ansprechbar.

Außer uns beiden und dem Tierarzt (das klappte eigentlich ganz gut, weil Bibi in der Praxis-Situation sowieso stocksteif war, und dann kam ja auch schon die Wirkung der Narkose…) ist in den knapp drei Monaten keiner näher als 2 Meter an den Hund herangekommen.

Genähert haben wir uns ihm über das Spielen.

Meine Tochter, die in den ersten Tagen eigentlich den besten Draht zu Bibi hatte, war in den Herbstferien 5 Tage im Urlaub. Nach ihrer Rückkehr schien Bibi sie nicht mehr zu kennen, er betrachtet sie jetzt wieder als Fremde und zieht sich zurück und versteckt sich, sobald Vicky in den Raum kommt. Dabei war Vicky nie laut oder negativ mit ihm.

Mit den Hunden klappt alles bestens, auch mit sämtlichen fremden Hunden. Sobald ein anderer Hund aber in irgendeiner Form dominant wird, gibt Bibi sofort auf, flüchtet oder sackt zu Boden. Buddy verteidigt gern mal ihr Futter, und Mikey kann Begegnungen in engen Stellen (Flur, Treppe) nicht leiden. Wenn nur der kleinste Knurr kommt, fängt Bibi völlig überzogen an zu schreien und reagiert total unangemessen. Bibi ordnet sich sofort ganz deutlich unter.

 

Beim Spielen schießt Bibi mitunter übers Ziel hinaus: er schnappt statt nach dem Spielzeug auch schon mal nach dem Hosenbein oder der Jacke und hatte auch schon mal meine Hand zwischen den Zähnen. Nach einem ordentlichen "Nein" läßt er dann los, aber meist nicht sofort. Ich nehme an, er kennt auch solche Dinge nicht!

 

 Gassigänge sind meistens schwierig. Ich habe ihm ein Sicherheitsgeschirr anfertigen lassen, ansonsten hätte ich es nicht gewagt, ihn mitzunehmen. Bibi läuft zwar jetzt mit, aber man merkt ihm deutlich an, dass er die meiste Zeit null Gefallen an der Nummer findet. Mitunter bringt ihn unterwegs irgendetwas zum Stehenbleiben – und dann steht man da. Weiter geht es dann erst nach viel gutem Zureden und viiiel Geduld. Bibi macht dann gar nichts, er steht einfach da und guckt in die Luft. Vielleicht lauscht er nach irgendwas. Auslöser? Unbekannt.

Zusammen mit den anderen Hunden spazieren geht nicht, weil er sich von der Begeisterung der anderen offenbar einfach überrollt fühlt. Reaktion: siehe oben.

Dementsprechend tue ich weder Bibi noch mir täglich eine Gassirunde an, was schade ist, denn so ist er immer noch auf die Erfahrungen, die er auf dem Grundstück machen kann, beschränkt.

Aber vielleicht bessert sich auch das mit der Zeit.

 

Bei aller Angst ist Bibi ein Hund, der beschäftigt sein will. Er braucht unbedingt Anregungen, sonst wird er sein Verhaltensrepertoire nicht erweitern. Durch das Miteinander Spielen kann er selbstbewusster werden und Erfahrungen sammeln. Sein Vertrauen wächst und vielleicht entsteht ja doch Bindung….doch, ich denke schon, dass er sich an uns bindet.

Sein Lieblingsspielzeug ist so eine grüne Plastikplane. Die zerrt Bibi mit Vorliebe hinter sich her, quer übers Land. Das macht er auch mit Decken und Handtüchern.

 

Welchen Menschen könnte man Bibi vermitteln?

Leuten, die es aushalten können, dass erstmal nichts kommt. Für den „normalen“ Hundehalter wäre Bibi vermutlich eine große Enttäuschung.

Leute, die damit klarkommen, dass man einen Hund daheim hat, der an schlechten Tagen fiepend mitten in der Wohnung steht wie zur Salzsäule erstarrt und einer Ansprache dann nicht zugänglich ist.

Dass Dinge, die über Tage und Wochen mühsam aufgebaut wurden, plötzlich und unerwartet nicht mehr funktionieren.

Dass der Hund KEIN Beagle ist (Bibi hat noch nicht mal die Verfressenheit eines Beagle) und auch einen eher geringen Niedlichkeitsfaktor hat, dafür aber eine ungewisse Vergangenheit und ein ausgeprägtes Trauma.

Bibi benötigt meiner Meinung nach UNBEDINGT mindestens einen anderen Hund an seiner Seite. Dabei ist es jetzt nicht so, dass er viel mit unseren Hunden macht, er ist auch gerne für sich – aber er orientiert sich stark an ihnen. Ohne unsere Hunde hätte ich wohl bis heute keinen Zugang zu ihm.

 

Bibi ist kein Hund, mit dem man (bisher) viel anfangen kann. Ich glaube auch nicht, dass sich das kurzfristig ändern wird. Die Vokabel „schnell“ sollte man sich bei Hunden wie Bibi wohl sowieso besser abschminken.

Er ist einfach da. Er kann „eigentlich“ nichts (was man so landläufig von Hunden erwartet bzw. möchte). Dabei ist es für ihn schon eine bemerkenswerte Leistung, dass er überhaupt ins Haus kommt, dort schläft und in unserer Nähe ruhig bleibt.

Den Leuten muss klar sein, dass sie wahrscheinlich noch eine ganze Weile erst mal nur „investieren“. Es kommt (noch) nichts zurück.

Ich warte heute noch drauf, dass Bibi Begrüßungsverhalten zeigt (macht er nicht, nicht mal ansatzweise). Er steht ruhig und elegant herum und guckt, während die anderen drei sich komplett zum Affen machen.

Aber: will er spielen, dreht er sich vor mir aufgeregt ein uns andere Mal im Kreis und springt wie ein Flummi. Das ist ja auch ein Zeichen von Freude!

Bibi benötigt einen weitgehend geregelten Tagesablauf, daraus bezieht er ein Stück Sicherheit. Zumindest so lange, bis er das, was man „Verhaltensvielfalt“ nennt, ordentlich ausgebaut hat.

Er kann eine Weile allein bleiben, auch ohne die anderen Hunde. Und es ist ihm offenbar komplett egal, dass man dann irgendwann wieder da ist.….auch damit muss man umgehen können.

Ich würde mir wünschen, dass sich für Bibi Menschen finden, die keine Angst vor Angsthunden haben. Bibi muss nicht bedauert oder betüddelt werden, und schon gar nicht muss jedes Zurückzucken große Beachtung finden!

Ein Angsthund bleibt immer ein Angsthund. Es wird mit der Zeit handelbar / erträglich, aber „gut“ wird es nur in dem Rahmen, den der Hund vorgibt.

 

Bibi ist weder was für kleine Kinder noch für alte Menschen. Von den Kindern ist er überfordert, und die Kinder haben an Bibi keinen Spaß.

Er ist ein großer Hund (55 cm vom Boden bis zur Schulter, nachdem er endlich nicht mehr zusammengekrümmt da steht) und er wird auch bald mindestens doppelt so schwer sein wie ein Beagle.

Ich würde mir wünschen, dass er zu Leuten mit einem ausbruchsicheren Riesengrundstück kommt, wo er spielen und rennen und erforschen kann, so dass der tägliche Gassi-Gang auch mal verzichtbar ist. Toll wäre es, wenn er raus und rein kann, wie er möchte. Das das alles kein Wunschkonzert ist, ist mir bewusst!

Am wichtigsten erscheint mir, ihn zu nehmen, wie er ist (er wird mit Sicherheit noch besser, aber es dauert eben seine Zeit!) und ihn zwar fordern & fördern, aber nicht über-fordern.

Zukünftigen Übernehmern würde ich dringend entsprechende Literatur empfehlen. Und: Mitleid ist ein schlechter Ratgeber.

 

Leider habe ich auch festgestellt, dass Bibi bei anderen Menschen nicht generell große Sympathien weckt (wie gesagt, das Niedlichkeits-Gen des Beagle ist bei ihm vergessen worden). Sein Gesichtsausdruck ist oft starr, seine Körperhaltung und sein Verhalten häufig seltsam.

(Bitte immer das NOCH dazudenken!)

Alle fragen: was ist denn mit dem los? (und wenn ich dann sage: der hat einfach Angst; dann wollen sich die meisten direkt über den schreckensstarren Bibi beugen, ihn tätscheln, und sagen: „aber vor MIR brauchst du doch keine ANGST zu haben!!“) und unweigerlich, leicht misstrauisch: „das ist doch gar kein Beagle?!“

 

Fazit: Bibi ist nur etwas für erfahrene Hundebesitzer, die einen langen Atem, aber keine Berührungsängste haben. Und die gerne Bällchen werfen und an alten Handtüchern zerren. 



Bei einer Sache bin ich mir völlig sicher: wenn Bibi einmal umzieht, egal, wann das sein wird – er wird erstmal einen großen Rückschritt machen. Auch in seinem neuen Zuhause wird er einige Wochen brauchen, bis er „da“ ist.

 

Angsthunde haben aber einen großen Bonus: wenn man gemeinsam durch die schwierige erste Zeit durch ist, hat man ein unglaublich festes Band geschmiedet. Niemand wird Sie so lieben wie Ihr Angsthäschen, dem sie die nötige Sicherheit und Zuverlässigkeit bieten. Und niemand wird Ihnen so ans Herz wachsen.

Ein Angsthund bleibt immer ein Angsthund. Es wird mit der Zeit handelbar / erträglich, aber „gut“ wird es nur in dem Rahmen, den der Hund vorgibt.

 

BIS diese Leute uns und Bibi finden, bleibt er besser erst mal hier. Für Bibi wäre ein mehrmaliger Umzug eine Katastrophe, denke ich.

Übrigens werden wir mit Bibis Auszug klarkommen, wenn es denn soweit ist –vorausgesetzt,er kommt in die richtige Familie.

Interessenten können mich gern anrufen. Und sie mögen uns auch bitte besuchen und Bibi hier auf dem vertrautem Terrain erleben!

15.01.2013



Vorausschicken möchte ich, dass ich zu jenen Hundehaltern gehöre, denen es wichtig ist, dass mit Hunden Gassi gegangen wird. Es reicht meiner Ansicht nach nicht aus, Hunde auf dem eigenen Grundstück oder dem Hundeplatz mit ausgeklügelten Dingen zu beschäftigen (obwohl das natürlich auch gut und wichtig ist). Außerdem wünsche ich mir, dass der Hund bitte ein entspanntes Verhältnis zum Laufen an der Leine haben soll.

     Ich bin der Meinung, dass Hunde beim Spazierengehen eine Vielzahl von Dingen lernen und wahrnehmen, die sie im begrenzten heimischen Umfeld nicht erleben und erfahren können. Es mag Gründe geben, nicht mit Hunden spazieren zu gehen, und es gibt definitiv Umstände, wo das eben nicht geht. Aber ehrlich gesagt finde ich es gemein, den Hunden die Geruchswelt da draußen vorzuenthalten. Und die Möglichkeiten, die die Welt bietet.

Deshalb ist es mir ein Anliegen, meinen Pflegehunden das Gassigehen beizubringen. Manche wollen das erst gar nicht (wie Paul, Galina und jetzt Bibi), aber sobald sie erst mal begriffen haben, wie einfach und klasse das Rumschnuppern draußen ist, ist der Spaziergang doch ein Highlight.

Bibi war diesbezüglich die härteste Nuss! Panik vor der Leine und vor dem Menschen hintendran, im Sauseschritt und in die Leine springend und kämpfend durch die Gegend hechten, immer die Zähne um die Leine – das war jetzt nicht grade das, was ich wollte, und Bibi schon überhaupt nicht!

Das ist jetzt schon einige Wochen her, und inzwischen ist Bibi mein liebster Spaziergeh-Partner!

Er zeigt jetzt höfliches Interesse, wenn ich mit Leine und Geschirr anrücke. Das Sicherheitsgeschirr muss er nicht mehr trage, er hat jetzt das ganz normale LBH-Geschirr in schlicht-elegantem Schwarz (Größe L) an. Natürlich muss ich aufpassen, dass er keine Ausfallschritte macht, falls er sich doch vor was erschreckt, aber es ist nicht mehr schwierig. Er geht fast immer an lockerer, entspannter Leine.

Manchmal bleibt er stehen und hält eine Weile die Nase in die Luft, schaut umher und lauscht intensiv. Er steht ganz ruhig und konzentriert da, und macht keine Anstalten, irgendwo hin zu wollen. Ich warte dann einfach ein paar Minuten, dann sage ich etwas wie „Bibi, komm, gehen wir weiter“. Dann guckt er erstaunt –ach ja, klar! – und geht mit mir weiter. Wir haben so kleine verbale Codes entwickelt, wodurch ich ihn gut lenken kann und er sich nicht gedrängt fühlt. So haben wir uns ganz gut miteinander arrangiert. Ich muss nicht befürchten, dass er irgendeiner Spur nachgeht (er schnuppert zwar mal, das ist aber kein Vergleich zum Beagle-Spurenlesen) oder acht Mal auf 10 Metern die Richtung wechseln möchte (wie Mikey) oder plötzlich anfängt, sich nach China durchzugraben (wie Buddy und Georgia). Bibi geht einfach geradeaus, nicht gerade langsam, aber auch nicht mehr hektisch. Man muss nicht an jedem zweiten Grashalm stehenbleiben und er kackt auch nicht unterwegs . Er hebt noch nicht mal das Bein, irgendwo (Bibi macht sein Pipi in der Hocke, und das nur einmal pro Gassi).

Bibi ist irgendwie der bessere Beagle.

Das absolute Highlight ist es für ihn, andere Hunde zu treffen! Dann schwingt er zwei, dreimal langsam seine lange Rute durch die Luft, was bei Bibi offenbar „Wedeln“ bzw. erste Ansätze von Begrüßungsverhalten bedeutet.

Ganz kleine Hunde (wie die alte Dackeldame Daisy) sind ihm etwas suspekt (aber wie die winzige graue Daisy leise wedelnd vor dem viermal so großen Bibi steht und ihm mit schiefgelegtem Kopf freundlich in die Augen schaut, das war ein Bild für die Götter….ich nehme mir WIEDER mal vor, nie mehr ohne Kamera aus dem Haus zu gehen….).

Bibi liebt die großen Hunde!

Boxer-Freund Pelle wird mit großem Vergnügen in die weichen Lefzen geknufft; und mit dem Bordeauxdoggen-Mix Neo, einem wahren Riesen von Hund, hat man ja überhaupt den allergrößten Spaß.

Sogar der Schäfi-Mischling Ben, der im Dorf als unverträglich gilt, begrüßt Bibi freundlich. Die ungeschlagene Favoritin ist aber das 7 Monate junge Cocker-Mädchen Luna. Mit der kann man herumhüpfen wie Känguruhs und sich auf dem Boden herumbalgen wie Kätzchen!

Denke ich an den nahezu katatonischen Bibi der ersten September-Wochen, kann ich es ja selbst nicht glauben.

Wenn die anderen Hunde dann irgendwann wieder ihres Weges gehen (müssen), schaut Bibi ihnen nach und fiept voll Trauer.

Das „eigene“ Rudel zuhause ist lange nicht so hoch im Kurs wie die Hundekumpel unterwegs! Obwohl Bibi sich anscheinend durchaus freut, wenn wir uns dem Heimathafen nähern. Kommt das Haus in Sicht, wird er schneller. Mittlerweile geht er auch ohne Probleme durchs Hoftor und lässt sich (meistens) anstandslos wieder ableinen.

Der einzige Wermutstropfen ist: Bibi geht nur mit mir spazieren, leider mit keiner anderen Person (er verhält sich zwar nicht mehr wie oben beschrieben, sondern bleibt einfach stehen und geht um keinen Preis weiter. Wir arbeiten dran!), was bedeutet, dass ich zusätzlich zu den 2 bis 2,5 Stunden, die ich mit den Beagles unterwegs bin, noch mal eine halbe mit Bibi dranhänge…. wobei ich den Spaziergang mit Bibi aber derzeit auch als solchen empfinde und ihn auch mehr genieße als den momentanen Spießrutenlauf mit den Beagles.....

 

Auf den anderen Baustellen ist es grade nicht so Friede-Freude-Eierkuchen.

Wenn wir Besuch haben, von wem und wie lange auch immer, verschwindet Bibi nach draußen, so weit weg wie der Zaun ums Grundstück es erlaubt, und ward nicht mehr gesehen. Da kann es Backsteine regnen oder zweistellige Minusgrade haben – Bibi ist nicht ins Haus zu bekommen, sobald ein Mensch mehr als das Stammpersonal (Oma, Vicky & ich) da sind. Kürzlich hatten wir einen Handwerker da, der teils auf dem Hof, teils im Haus arbeitete, das hat Bibi völlig aus der Bahn geworfen, weil jetzt plötzlich auch sein „draußen“ (teils) besetzt war. Bibi stand geschlagene 1,5 Stunden stocksteif und mit weit aufgerissenen Augen hinten am Zaun. So etwas führt mir dann glasklar vor, dass es eben auch nach über 4 Monaten noch nicht „gut“ ist. Bibis Status quo ist eine sehr fragile Sache, die sich in naher Zukunft vermutlich auch noch nicht ändern wird.

 

4 Monate und 7 Tage ist Bibi nun bei uns. Gesundheitlich hat sich etwas nicht so Schönes herausgestellt - Bibi hat wahrscheinlich Arthose. Beim Aufstehen braucht er lange, bis er richtig "oben" ist, nach längeren Ruhephasen macht sich eine gewisse Steifigkeit bemerkbar und die Gelenke sind leicht verdickt. Aufgetreten ist das auch schon vor der zur Zeit herrschende winterlichen Kälte, und seine Gewichtszunahme verlief absolut moderat. Vermutlich ist es den 5 Jahren auf hartem, kalten Boden geschuldet. Wir werden es beobachten.....



01.02.2013

Bonjour, Mesdames et Messieurs!

....ich bin's, der Bibi....und ich melde mich mal zu Wort, weil mir ganz langweilig ist.

Ich bin nämlich krank geworden, ich Armer, und darf jetzt wegen dem schlechten Wetter gar nicht so viel draußen spielen.

Blasenentzündung hab ich, und kleine Steine im Pipi! Dabei lieg ich doch gar nicht mehr draußen im Kalten, non non.

Meine Pflege-Oma (also, die Mama von der Marion) hat's gemerkt, weil im Pipi auch Blut war.  Mußte ich zum Tierarzt, schon zweimal! Vorige Woche hab ich ja bloß Spritzen gekriegt, wegen dem Fieber und so.

Aber vorgestern!!!!  haben sie mich auf den RÜCKEN GELEGT und meine BEINE festgehalten und den KOPF auch, damit ich nicht zappele, und dann hat der Tierarzt mir den Bauch RASIERT und KALTES ZEUG draufgeklatscht und mich mit einem ULTRASCHALL-DINGENS von INNEN angeguckt!

Innen muss ich wohl nicht so toll sein, denn der Doc hat ein ratloses Gesicht gemacht und bedenklich mit dem Kopf gewackelt. Jetzt verschicken sie mein Pipi mit der Post irgendwohin, und morgen soll ich wieder vorbeikommen.

Dabei gehts mir gar nicht so schlecht....obwohl ich mich ganz schön bemitleidenswert finde, mit meinem nackten Bauch und wegen dem doofen von Innen-Angeguckt-Werden. Dafür hat der Tierarzt mich dann auch noch

POLARFUCHS

 

genannt (weil ich so schönes Winterfell hab),  aber die Beagles hier haben mich schon gewarnt, dass der Kerl ein ganz Frecher ist.

Aber dann hat er mich als

urzeitlichen Riesenbeagle

 

bezeichnet! Weil die nette Auszubildende fragte, ob es auch SO große Beagle gibt, einen Beagle hätte sie sich kleiner vorgestellt. Mann, wenn der Doktor fachlich auch so drauf ist, seh ich echt schwarz für meinen Gesundheitszustand.

Ich glaube nicht, dass ich da noch mal hingehe! Schon gestern wollte ich gar nicht erst rein in die Praxis, als ob ich's geahnt hätte!

Meine Pflege-Tante meint ja, wahrscheinlich hab ich das mit der Blase und den Steinchen schon ganz lange, und der Schnee hat's jetzt an den Tag gebracht.

Jetzt krieg ich besonderes Essen und Tabletten und allerlei ernährungsphysiologisch genau ausgerechnete Leckerlie, damit ich bald wieder gesund bin. 

Liebe Grüße

Euer BIBI

 

Anmerkung der Schreibkraft: der Doktor ist fachlich äußerst kompetent!

20.02.2013

Gestern habe ich beim Spazierengehen eine Französin getroffen!

Also, eine französische Hundedame. Erst hatte ich ein bisschen Angst vor ihr, weil, sie ist eine Briard-Hündin und GANZ groß und mit GANZ langem und zotteligem Fell, ich konnte gar nicht ihre Augen sehen!

Obwohl ich ganz still stehengeblieben bin und nur ein kleines bisschen gewedelt habe und sie als angeguckt habe, hat sie mich dann auch noch angeknurrt. Und dann hat sie hat dann angefangen, um mich rumzulaufen - als ob sie mich hüten wollte......Ich glaube, wir waren uns beide etwas unheimlich.

Emma heißt sie, stand sogar auf ihrem Geschirr! Sie ging dann weiter, mit ihren Menschen, und ich hab ihr ganz lange nachgeguckt. Dann hab ich gefiept, weil ich sie sofort ein bisschen vemisst hab. Ich mag nämlich große Hunde SEHR!

Mir ist grade ein bisschen langweilig, weil, der Schnee hier ist jetzt ganz hart geworden obendauf, das tut richtig an den Pfoten weh. Hoffentlich wird's bald warm -

wünscht sich

Euer lieber Bibi

Bibi ist kein Beagle.

Jedenfalls kein reinrassiger. Genaugenommen ist der Beagle wahrscheinlich nur in Bibis Ahnenreihe vorbeigehuscht, man sieht bzw. merkt nämlich nicht viel davon. Was sowohl Vor- als auch Nachteile hat.

Der größte und einzige Nachteil ist: Bibi sieht nicht wie ein Beagle aus. Er ist deutlich länger und höher (und mittlerweile zum Glück auch schwerer) als ein Beagle, mit langen Beinen und einem langen Rücken.

Was seine Vermittlungschancen hier offenbar gegen Null tendieren lässt. Bibi ist hübsch, groß und elegant, aber das hinreißende Äußere eines BEAGLE hat er eben nicht. Da kann man die edlen, alten französischen Jagdhundrassen anpreisen, wie man will - Bibi ist eben schon optisch eher KEIN Beagle.

 

Die übrigen Unterschiede gereichen Bibi dafür eher zum Vorteil:

Bibi geht nicht aufs Sofa. Erst recht nicht auf andere Möbel. Schon überhaupt gar nicht ins Bett. ´

Leider auch nicht auf die Fensterbank. Da könnte er doch so schön alles beobachten.

Bíbi bettelt nicht. Man kann Essen in seiner direkten Reichweite herumstehen lassen - Bibi klaut nicht.

Bibi kaut sein Essen, jeden Bissen, auch Leckerlie, sorgfältig (und damit ist er ein unglaublicher Exot!). Jeden Bissen, den man ihm reicht, prüft er erst sorgfältig, indem er dran schnuppert(in diesen endlos langen Sekunden drehen die Beagles schon regelmäßig am Rad, weil sie warten müssen, bis Bibi sein Stückchen hat).

Bibi frisst auch nicht meine halbe Hand mit, sondern nimmt das Leckerlie vorsichtig und langsam.

Bibi verteidigt sein Essen nicht: wenn es einer der anderen haben will, okay, kein Thema....

Bibi bellt nicht, wenn es klingelt. Er rennt auch nicht zur Tür oder ans Fenster, um mit den anderen mitzuheulen. Er versucht auch nicht, aus dem Tor zu entwischen, sondern tritt respektvoll zurück, wenn ein einkäufeschleppender Mensch hindurchgehen möchte. Und beobachtet alles ruhig aus seinen hübschen runden Augen.

Er geht keinen Spuren nach und jagt nicht (edle Jagdhunde hin oder her). Auch nicht die Katze. Er weicht nicht urplötzlich hakenschlagend vom Wege ab oder wechselt dier Richtung, dass einem die Schulter auszukugeln droht. Ich glaube, er hat einfach keine besonders gute Nase.

Er rennt nicht Menschen, Radfahrern, Autos oder Treckern hinterher.

Er ist nicht aufdringlich und springt nicht an Menschen hoch. Er hält sogar Abstand.

Er bellt oder jault nicht, wenn jemand am Tor oder am Zaun ist. Heulen tut er schon gleich gar nicht. Manchmal fiept er etwas, gerne, wenn er Hunde oder Pferde sieht.

Er springt auch nicht am Zaun hoch, wenn Hunde oder Menschen oder Paketdienste vorbeikommen.

Bibi möchte nicht durch Matsch oder sonstigen Dreck laufen und wälzt sich auch nicht in Waldgetier-Hinterlassenschaften. Bibi frisst niemals irgendwas Komisches vom Wegesrand. Er bleibt nicht alle 1,5 m stehen, um zu schnuppern. Er geht einfach seine Runde.

Er buddelt auch keine Mäuse aus oder versucht, sich unterm Zaun bis nach China durchzugraben. Er macht nicht die Nacht zum Tage, nur weil irgendwo im Wald ein Geräusch zu hören ist (Bibi schläft, sobald es dunkel ist).

Bibi haart noch nicht mal.

 

Das einzige, was uns daran erinnert, dass er ein Meutehund-Erbe hat, ist: er liebt andere Hunde und hat ein sehr gut funktionierendes Sozialverhalten.

Er liebt seine Bällchen, ohne Balljunkie zu sein. Spielt jemand mit, ist das super; falls nicht, spielt er eben allein. Was er noch liebt, ist sein Teppich vorm Ofen, und einen geregelten Tagesablauf.

....und sein Fell ist auch nicht gerade beagle-like! Man kann die Hände so richtig schön in Bibis Fell wühlen, wie bei einem Polarhund. Bei einem typischen Beagle-Fell geht das ja gar nicht!

Bibi ist der höflichste Hund (sowohl Menschen als auch Hunde gegenüber), der je bei uns war. Wenn Buddy stur vor der Wasserstelle liegt, niemanden vorbeiläßt und dabei einschläft, bleibt Bibi ruhig stehen und wartet, bis Buddy einen andere Idee hat. Er würde sich nicht vorbeidrängen oder sein Recht einfordern. Bibi ist gewissermaßen aristokratisch (erst recht im Vergleich zu den trampeligen, lauten, frechen Beagletieren).

 

Das beste wird sein, ich tausche den Bibi gegen einen oder zwei von meinen BEAGLES ein!

Ich kann mich nur nicht so recht entscheiden, gegen welche(n).....!

:-)) 

Bibi lacht :-)

28.03.2013

Bibi hat Geburtstag! 6 Jahre ist er alt geworden. Bibi ist der erste Pflegehund, der bei uns Geburtstag feiert :-)

So richtig was anfangen konnte er mit  der Aufmerksamkeit ja nicht. Wenn ich mir vorstelle, dass er letztes Jahr um diese Zeit ins Tierheim gekommen ist und den heutigen Tag eigentlich gar nicht mehr erleben sollte.....

Lieber, großer, schüchterner Bibi: alles Liebe & Gute für Dich;  immer jemanden, der mit dir spielt; und allzeit einen warmen Platz am Ofen oder in der Sonne - das wünschen wir Dir!

Einige aufmerksame Leser haben bestimmt bemerkt, dass Bibi auf der LBH-Homepage nicht mehr unter den Pflegestellen-Hunden eingestellt  ist.
Wo isser denn hin??  

Zusammen mit  Vorstand und Team haben wir beschlossen, Bibi als Dauerpflegehund zu behalten. (Dauerpflegehund heißt: Die LBH kommt, wie bei den Pflegehunden für Tierarztkosten, Steuer und Versicherung auf. Bibi "gehört" nach wie vor dem Verein, Kost und Logis und Kuscheleinheiten etc. bieten wir :-)) Bibis Leben muss sich nicht mehr ändern, er darf sich weiterentwickeln oder einfach bleiben, wie er ist, mal schauen, wohin die Reise (entwicklungstechnisch, nicht räumlich!) geht.
Eigentlich sollte DAS SO nicht passieren!! Aber schon als mir Bibi zur Pflege angekündigt wurde, hatte ich so ein Gefühl, dass das eine längere Liaison werden würde.....
Nicht nur, weil es leider kaum Interessenten gab (was ich echt nicht verstehen kann! Wenn's mir einer erklären mag....nur zu....) sondern vor  allem, weil der Bibi bekanntlich  ein ganz spezieller Hund ist. Wir haben schon große Zweifel, dass er beim einem Umzug noch klarkommt.
Zudem hat er, was sicherlich seinem bisherigen Leben geschuldet ist, zwei gesundheitliche Baustellen (Arthrose & Blasensteine), die allerdings im Moment (noch) nicht problematisch sind, es aber mit zunehmenden Alter werden können.....was wir nicht hoffen.....

 Und weil Bibi nun Dauerpflegehund sein darf, suchen wir natürlich auch P A T E N für ihn! Bitte schaut unter "Paten gesucht" auf www.laborbeaglehilfe.de!    

Ach ja:  Zu so einer weitreichenden Entscheidung gehört natürlich auch ein ordentliches Zeichen gesetzt! Deshalb, bekommt BIBI endlich einen neuen Namen. Einen aus einem Land, das möglichst weit entfernt von dem blöden Frankreich ist.
Wie er jetzt heißt?
Verraten wir in einem neuen Thread, der bald erscheint.....bißchen Spannung muss sein....!