...die Eder-Beagle(s)
...die Eder-Beagle(s)

Am 19.01. bezog FEE  bei uns ihre neue Pflegestelle! Fee ist eine am 27.10.2006 geborene ehemalige Laborhündin aus einem rennomierten Münchner Institut, die 2009 direkt aus dem Labor in ihre Familie nach Duisburg vermittelt wurde.

Anfang Januar 2012 musste Fee aber aus ihrer Familie ausziehen, über die Gründe dafür weiß ich bislang nur wenig. Fee soll aber sowohl die Kinder der Familie (14 & 16 Jahre) als auch Erwachsenen mit Bellen und Beißen attackiert haben.

Die Hündin zog am 07.01. in eine Pflegestelle, leider gab es dort Schwierigkeiten mit dem vorhandenen Hund und zwei von mehreren Katzen. Offenbar mobbte Fee den hochbetagten Rüden, der verständlicherweise keine Lust auf so selbstbewusste junge Hündin hatte, und auch jedes Katzentier, das sich nicht sofort zur Wehr zu setzen wußte.
So wurde am 17.01. beschlossen, dass Fee zu uns kommen soll.
 Ein bisschen Muffensausen hatte ich schon, offen gestanden – wie wird das denn wohl werden mit VIER von den Beagletieren!

Fee kam völlig offen und neugierig auf uns Menschen zu, sie hat keine Berührungsängste und auch offenbar keine Problem damit, in einem neuen Haushalt zu sein.
Ihre bisherige, supernette Pflegefamilie hat Fee zu uns gebracht, gegen halb acht am Donnerstagabend kamen sie an (vielen Dank für die weite Fahrt, bei Regen und Sturm....!). Unsere Hunde hatten wir für die Zeit der Übergabe erst mal in der Wohnung meiner Mutter geparkt, um nicht zuviel Verwirrung zu stiften.

Einzeln haben wir dann unsere drei, die sich natürlich lautstark bemerkbar machten, auf unseren neuen Gast "losgelassen". Insgesamt verhielten sich alle Vierbeiner recht reserviert. Bei Georgia gab es überhaupt keine Schwierigkeiten. Buddy wollte, wie es ihre Art ist, gleich ungestüm auf "die Neue" los, das führte zu etwas Gebrumme und Geknurre, was sich aber schnell wieder gab. Mikey lief leise wedelnd auf Fee los, er bewies aber gleich durch seine Körperhaltung, das Fee nichts von ihm zu befürchten hat. Im Laufe des Abends haben wir dann noch festgestellt, dass Fee den Menschen auf Schritt und Tritt folgt; und bei Begegnungen "unter Hunden" in der Wohnung oder draußen gar nichts passiert - es sei denn, man trifft sich an einer Engstelle: bei Türdurchgängen oder in unserem engen Treppenhaus gibt es leichtes Kompetenzgerangel, aber das ist ja kein ungewöhnliches Verhalten.

Fee ist eine eher dunkle, große (40 cm Rückenhöhe!) Schönheit mit einer Top-Figur, langen Beinen und einer bisher ständig wedelnden langen Rute; ein sehr schöner und sehr gut gepflegter Hund.
Von der Pflegestelle und der ehemaligen Familie habe ich einiges an Notizen bekommen, es ist eine Menge negatives dabei, mal schauen, was sich davon bestätigt.

20.01.2012

Unsere (Wetter-) Fee wurde heute gleich mal von 10 cm Neuschnee überrascht. Der Schnee war ihr aber doch angenehmer als der Regen, in dem sie gestern abend bei uns ankam....

Wir hatten eine ganz ruhige Nacht, bis Tochter zur Schule musste, und danach haben alle Hunde noch bis zehn Uhr weiterhin ne gute Mütze voll Schlaf genommen.... Obwohl Fee in dem Körbchen (das hat beinahe Schäferhund-Ausmaße), das sie aus ihrem alten Zuhause mitbekommen hat, fast schon verloren wirkt!

Fee hat ja schon einige Jahre in ihrer Familie gelebt. Sie kennt etliche Regeln (geht zum Beispiel nicht aufs Sofa*, geht nicht als erste durch die Tür...., springt ohne Zögern in den Kofferraum des Autos....und ist vor allem komplett stubenrein. Als Stadthund von Welt geht sie in den Garten, wenn alle gehen, macht ihr Geschäftchen und kommt sofort wieder rein, ohne lange rumzutrödeln!)und ist sehr menschenbezogen.

* das mit dem Sofa.....hat sich auch mittlerweile schon erledigt.

24.01.12 Wir hatten ja nun schon einige Hunde .... aber in puncto beagle-typischer VERFRESSENHEIT schlägt die liebe Fee ALLE UM LÄNGEN! Nicht nur, dass sie in Turbo-Staubsauger-Mentalität ihre Schüssel leert (ich kenne das von meinen Hundennicht!) - sie ist auch immer die erste, wenn irgendwo das leiseste Rascheln ertönt.....oder jemand klappert versehentlich mit einem Geschirrteil....oder geht gar an den Kühlschrank.....! Sie findet auch längst vergessene Schweineohr-Reste und "saugt" jeden Krümel vom Boden auf.....offenbar ist sie auch bestens an gewisse Häppchen vom Tisch (oder beim Hantieren in der Küche / Arbeitsplatte / Herd) gewöhnt.
  Strengste Disziplin ist angesagt. Denn: das nervt ganz schön! Wir steuern kräftig gegen, und Fee akzeptiert ein deutliches "Nein!" auch sehr gut. Sie geht alles mit einer Riesen-Begeisterung an, ist richtig überschwänglich, sie freut sich total, wenn man sich mit ihr befasst - aber lässt sich problemlos auch mal auf ihren Platz schicken. 
Wo wir schon dabei sind: sie kann eine ganze Menge! Offensichtlich hat sie eine Hundeschule besucht, und zwar mit Erfolg! Sie kann Sitz und Platz und Bleib und Stop und "hierher".....führt aber die beschränkenden Kommandos mitunter ziemlich nachlässig aus, da muss man dann nochmal dran arbeiten.
Gassi-Gehen klappt prima! Sie läuft zügig, ohne zu ziehen, und läßt sich super lenken. Und: sie hört sehr gut auf ihren Namen! Autos, Radfahrer, Pferde, andere Menschen interessieren sie nicht. Begegnungen mit anderen Hunden hatten wir noch nicht, kein Wunder bei dem Mistwetter.... 
Die Verfressenheit hat wieder den Vorteil, dass sie sofort kommt, wenn man sie ruft, und auch sonst sehr gut zu motivieren ist: ich denke, ihr kann man ganz tolle Sachen beibringen.
Die Spielaufforderungen meiner Hunde ignoriert sie bis jetzt. Manchmal gibt es etwas Unmut im Hunderudel, d.h. es wird sich mal kurz angekeift, und zwar dann, wenn Fee sich in irgendeiner Form von den anderen bedrängt fühlt. Die Betonung liegt aber auf "kurz". Draußen ist das kein Problem, da ist ja Platz genug.... aber im Haus begegnet man sich halt schon mal auf engerem Raum. Es ist aber durchaus auch so, dass Fee zurücksteckt und auch mal nachgibt, sie ist nicht dominant auf Teufel komm raus. Unter den Hunden herrscht hier im Moment so eine Art "leben und leben lassen". Nach dem, was ich bis jetzt von ihr gesehen (und gehört) habe, braucht sie eher einen (oder zwei, drei...) richtige Bezugs-PERSONEN. Andere Hunde müssen nicht unbedingt sein, allerdings müsste noch ein bisschen an ihrem Sozialverhalten (gegenüber anderen Vierbeinern) gearbeitet werden, wenn man unliebsamen Überraschungen vorbeugen will.
Fee ist offenbar ein sehr selbstbewusster Hund, der schon klare Regeln braucht (sonst klebt sie einem den ganzen Tag an den Füßen und will fressen, fressen, fressen). Ich schätze mal, sie gehörte nie zu der ängstlichen Sorte.....
Gemessen haben wir sie auch: knappe 40 Zentimeter Schulterhöhe! Damit ist sie sogar noch ein winziges Stückchen größer als unsere "Große", die Georgia. Dafür wiegt sie aber nur 16/17 kg.
Heute waren wir für Fee's Verhältnisse wohl ein bißchen zu lange draußen, denn am Ende schien sie zu frieren. Morgen werden wir einen kürzeren Extra-Spaziergang machen.

Buddy fordert Fee oft zum Spielen auf - und sie (im Bild-Vordergrund) scheint es nicht zu verstehen......guckt völlig ratlos.....und geht dann irgendwann weg.
Wäre sie ein Mensch, würde sie über diesen verrückten Buddy den Kopf
schütteln.

30.01.2012  Fee hat eine wunderbare neue Familie gefunden, am Wochenende zieht sie in den Norden von Berlin! Die Gegend dort scheint ein guter Kompromiß zwischen ihrer vorherigen Stadt-Umgebung und unserem sehr ländlichen Bereich zu sein.
Mittlerweile haben sich die Wellen hier auch wieder geglättet, Fee läßt vorsichtige Annäherungsversuche ihrer Gastgeber-Hunde zu, ohne gleich zu motzen. Mit uns Menschen spielt sie auch mal ganz gern eine Runde Bällchen werfen etc.
Das "Sitz" und kurze Warten vor JEDER Nahrungsaufnahme hat sie inzwischen richtig gut drauf, das sollte man ihr auch abverlangen.
Wenn ich unseren Pflegehund Fee charakterisieren sollte, würde ich die Begriffe Intelligenz, Distanz, Konsequenz und Selbstsicherheit verwenden. Ich kenne Fee zwar erst seit 10 Tagen, war davon aber locker Drei viertel der Zeit mit ihr zusammen! 
Fee ist offenbar ein sehr intelligenter Hund. Für ihre Intelligenz spricht zunächst, dass sie schon sehr viel gelernt hat und alles, was man von ihr möchte, sehr schnell umsetzt. Ihre ersten paar Tage bei uns hat sie anscheinend dazu genutzt, die Lage, die Leute, die Hunde und den ganzen Rest zu überprüfen (neudeutsch: abzuchecken).
Seitdem versucht sie mit wachsendem Erfolg, die Führung im Rudel zu übernehmen und sich alles an verfügbaren Ressourcen unter die Fee-Pfote zu reißen.
Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass sie, wenn sie noch ein bißchen mehr Zeit hier hätte, unseren ganzen Laden einfach übernimmt.....!
    Distanz ist für Fee sehr wichtig - besonders ihre eigene (Individual-)distanz. Unterschreitet jemand (= anderer Hund) diese, wird Fee sauer. Sie knurrt beharrlich jeden weg. Das Problem daran ist, dass Fee sämtliche Beschwichtigungssignale, die der andere Hund aussendet, ignoriert (oder nicht erkennt?). Die Individualdistanz anderer Leute / Hunde ist Fee allerdings sch…. (uups), schlichtweg egal! Und: Sie ignoriert leider auch alle
gegen sie gerichteten Drohgebärden!

Fees Verhalten ist so untypisch für einen Meutehund.
    Fee macht einen ausgesprochen selbstsicheren, selbstbewussten Eindruck. Ihre Vorbesitzerin beschreibt sie so: reicht man ihr den kleinen Finger, reißt sie einem den ganzen Arm ab (bildlich gesprochen!!!)Das kann ich bestätigen…..gibt man nach, hat man (erst mal) verloren.
    Daher lautet bei Fee die Parole: Konsequenz! Ich denke nicht, dass die zukünftigen Halter unbedingt sehr hundeerfahren sein müssen. Fee bringt ja schon eine ganz Menge an „Können“ mit, sie hört gut und es macht sehr viel Freude, mit ihr etwas zu erarbeiten. Eigentlich sollte man gut mit ihr zurecht kommen – wenn man konsequent sein kann….. sonst tanzt sie einem vielleicht nach kurzer Zeit auf der Nase und den Nerven rum.
     Fee ist ein Hund, der sich sehr stark an seine Menschen bindet (wobei 2 Menschen ihr sicherlich auch genug sind). Sie scheint etwas zur Eifersucht (sofern Hunde so etwas empfinden können) und Selbstbehauptung (Dominanz will ich gar nicht sagen) zu neigen, und Territorialverhalten zeigt sie mitunter auch. Jegliche Konkurrenz um Ressourcen
(Futter, Schlafplatz, Streicheleinheiten) ist für Fee offenbar ein Riesenstreß.
Deswegen habe ich mir für Fee unbedingt ein Einzelhunde-Leben gewünscht (was sie jetzt auch bekommt!)  - und Menschen, die ggf. für ein paar Stunden einen vernünftigen Hundetrainer /-profi hinzuziehen, bevor man betriebsblind wird und nichts mehr geht.
      Fee's neuer "Papa" hat gestern lange mit uns telefoniert, und ich habe das Gefühl, dass Fee es richtig super treffen wird.
*Freu mich sehr für die zukünftige Hauptstadt-Fee*

Mikey & Georgia freuen sich für Fee.....!

02.02.2012: Fee ist heute umgezogen! Gegen 9 Uhr heute morgen haben wir Fee an der A7 in Höhe Kassel an ihren neuen "Papa" übergeben. Dabei habe ich Fee zum ersten Mal nicht so begeistert erlebt...richtig zurückhaltend sogar.....nicht mehr das übliche "mir gehört die Welt!.....auch kein Wunder, bei -12°C an so nem Autobahnrastplatz.....als ich in mein Auto stieg und sie in ihrem auf dem Rücksitz saß, schaute Fee mich an, als wollte sie sagen: DAS hätte ich von dir ja nicht gedacht.

Meine Heimfahrt fand ich dann blöd. Ich hätte alle Zeit der Welt gehabt, noch einen hübschen Stadtbummel in Kassel zu machen - aber ich wollte wirklich nur nachhause, wo glücklicherweise noch 45 kg geballte Beagle-Power auf mich warteten......(die ein bißchen vorsichtig um die Ecke linsten: wo Fee?!)
Das ist so ein bisschen wie "Pfeifen im dunklen Wald": man sagt sich, Fee hat es jetzt total klasse! Da ist sie richtig!  und fühlt sich doch so'n bißchen.....verloren. 
Und nach vielen Stunden Fahrt kam am Nachmittag der erlösende Anruf, dass sie gut im neuen Zuhause gelandet ist und sich bereits zum ersten Spaziergang bereit macht. Den hat sie sich auch verdient, so vorbildlich, wie Fee sich während der Autofahrten verhalten hat!

 

Liebe, stürmische Fee, wir wünschen Dir viele wunderschöne Jahre,  herrliche Urlaube in Dänemark (jahaaa!), und vor allem viel Liebe und Gesundheit!