...die Eder-Beagle(s)
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27.10.2012: Meutejagd in Wetter/Hess.

Ein sehr kalter Samstag Ende Oktober, der erste Schnee.

Ich stehe mitten auf einer Wiese am Waldrand. Aufgeregt bin ich, meine Hände, die die Kamera halten, zittern.

Da: Pferde nahen, galoppieren vorbei, Schneereste und Erde stiebt um die Hufe. Wieder vergeht etwas Zeit, und dann: kommen sie, die Harrier-Meute. 17 Jagdhunde jagen mit Geläut der Schleppe nach, die die drei vorauseilenden Reiter gerade gelegt haben.

Ganz still stehe ich, und die Hunde rasen an mir vorbei, Zentimeter vor und hinter meinen Beinen. Ich stehe ihnen im Weg, aber sie sind von meiner Anwesenheit kein bisschen irritiert. Ich schließe die Augen, höre die vielfachen Hundepfoten, spüre den Luftzug – sie rasen um mich herum, stürmen vorbei, und schon sind sie wieder weg, nach Sekunden bereits so weit, dass man sie kaum noch sieht.

Die Jagdhornbläser setzen ein, Sonnenlicht bricht sich auf dem blanken Messing der Instrumente.

Dann kommen die Jagdreiter, in kleinen Gruppen, und setzen den Hunden hinterher. Von den Hunden sieht und hört man bereits nichts mehr…

Es ist unfassbar, wie schnell diese Hunde sind, und wie effektiv. Und wie weit sie den Reitern voraus laufen! Sie sind schlank, sehnig, aber gut gepflegt und offenbar begeistert bei der Sache. Sie achten sehr auf ihren Master, der ab und an die Meute um sich versammelt und auch öfters einige Leckerlies rausrückt. Einige der Hunde glichen vom Äußeren sehr unserem Bibi, vom Verhalten her hätte man gut den Mikey dazwischenpacken können.

 

Am 27.Oktober hatten Vicky und ich die in unserer Gegend sehr seltene Gelegenheit, als Gäste an einer Meutejagd teilzunehmen.

Im hessischen Wetter fand sich anlässlich eines Geburtstages eine Jagdgesellschaft ein, eingeladen waren die Böhmer Harrier Meute (eben mit Harriern) sowie die Taunusmeute (Foxhounds).

Leider ereilte die Taunusmeute ein grimmiger Husten, und es wurde allgemein als äußerst verantwortungsbewusst bewertet, dass aus dem Taunus nur eine kleine Abordnung (Pferd & Reiter), jedoch keine Hunde, entsandt wurde.

Man kann zu Meuten und Jagden stehen, wie man will – ich bin weder Jäger noch heiße ich alles gut, was in manchem Kennel getan oder gelassen wird – aber dieser Nachmittag war aufregend und beeindruckend, und ich denke noch heute an diese besondere Stimmung, die Hunde, Pferde, Reiter im schneebedeckten Herbstwald hinterlassen.

Weil ich mich in Wetter etwas auskenne, hatten wir keine Probleme, die Jagdreiter immer wieder aufzunehmen, und so wurde aus einem kurzen Besuch ein ganzer Nachmittag. Entstanden sind unzählige, richtig tolle Fotos (und ein Sack voller Eindrücke).

Eine kleine Auswahl zeigen wir gerne: